20. September 2020

Augsburger „Mohren“-Hotel benennt sich um

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: drei-mohren-hotel.com

AUGSBURG. Das Hotel „Drei Mohren“ in Augsburg hat wegen anhaltender Kritik seinen Namen in „Maximilian’s Hotel“ geändert. „Es ist ein zeitgemäßer Name, um Gäste aus aller Welt und allen Kulturen anzusprechen. Wir haben entschieden, daß wir mit einem neuen Namen dem gesellschaftlichen Wandel Genüge tun“, äußerte Hoteldirektor Theodor Gandenheimer auf Facebook.

Die Diskussion über den bisherigen Namen habe das Unternehmen zum Anlaß genommen, um mit Gästen und Angestellten Gespräche zu führen. Schließlich habe man sich für den neuen Namen entschieden. So bekunde man auch seine „Verantwortung in unserer vielfältigen, bunten Gesellschaft“, lautete die Begründung.

Nicht erst seit Umbenennungsforderungen hierzulande nach dem gewaltsamen Tod des schwarzen US-Amerikaners George Floyd stand das Hotel in der Kritik. In einer Petition war bereits „Drei Möhren“ als neuer Name vorgeschlagen worden.

Streit um „Mohren“-Bezeichnung tobt auch in anderen Städten

Im Verlauf der von den USA ausgehenden „Black Lives Matter“-Bewegung hatte die Grünen-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Antje Kapek, dazu aufgerufen, die Mohrenstraße und den gleichnamigen U-Bahnhof in der Bundeshauptstadt umzubenennen. „Ich finde es unerträglich, wie hier der Kolonialismus in eine Wortschöpfung gegossen und schwarze Anwohner wie Besucher dem täglich ausgesetzt werden.“

Bereits vor zwei Jahren war in Frankfurt am Main darüber gestritten worden, ob die dortigen „Mohren“-Apotheken ihre Namen ändern müßten. Der Haupt- und Finanzausschuß lehnte einen entsprechenden Antrag des Ausländerbeirates damals ab. (ag)

 

Comments

  1. Avatar M.Schneider says

    Anhand solcher Meldungen kommt mir der Gedanke ob der Coronavirus eine Geisteskrankheit auslöst, bei der der gesunde Menschenverstand völlig ausgeschaltet wird. Und je mehr ich in die Gesellschaft hineinsehe komme ich zu dem Schluß das ich recht habe.

  2. Antje Kapek hat dazu aufgerufen, die Mohrenstraße und den gleichnamigen U-Bahnhof in der Bundeshauptstadt umzubenennen. „Ich finde es unerträglich, wie hier der Kolonialismus in eine Wortschöpfung gegossen und schwarze Anwohner wie Besucher dem täglich ausgesetzt werden.“

    Schwarze Anwohner??? Ist dieser Ausdruck nicht dazu angetan, diese Leute als SCHWARZE ab zu qualifizieren? Wo bleibt die Sprachpolizei???

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