17. September 2019

Berlin: Grüne Bürgermeisterin traut sich nachts nicht in Parks

Quelle: jungefreiheit.de

BERLIN. Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), traut sich in der Hauptstadt nachts nicht in Parks. „Ich gehe in Berlin durch gar keine Parks. Das ist mir als Frau zu gefährlich“, sagte sie der Welt.

Hintergrund der Aussage ist die Situation im Görlitzer Park in Kreuzberg. Die Zustände in der Grünanlage, die als einer der Hauptumschlagplätze für Drogen in Berlin gilt, seien „nicht tragbar“, beklagte die Politikerin. Der Bezirk habe in der Vergangenheit mit seinem Parkmanagement aus Sozialarbeit, Anti-Drogenprojekt und Anwohneraktivitäten versucht, der Situation Herr zu werden. „Man kann das alles für wenig effektiv halten, aber das ist das, was in unsere Kompetenz als Bezirk fällt.“

Der Polizei falle es schwer, den zumeist afrikanischen Dealern den Drogenverkauf nachzuweisen. Zur Bekämpfung des Rauschgifthandels im Görlitzer Park regte Herrmann ein gemeinsames Vorgehen von Polizei und Verwaltung an. „Was wir da bräuchten, wäre eine konzertierte Aktion von Polizei, Senatsinnenverwaltung und Staatsanwaltschaft.“

Parkrat plant Fußballturnier

Noch im Juli hatte die Bezirksbürgermeisterin angeregt, die Dealer mit Imbißbuden zumindest aus dem Eingangsbereich des Parks zu verdrängen. Die Eingänge seien oft „belagert“, weil die Dealer dort ihre Ware verkauften. Daher sollten diese Plätze mit Imbißbuden anderweitig besetzt werden. Zugleich hatte sie betont, es sei nicht möglich, den „Görli“ nur mit Hilfe des Ordnungsamtes drogenfrei zu bekommen. Außerdem hätte sich der Parkrat, ein Anwohnergremium, gewünscht, daß jede Personengruppe – auch die Dealer – im Park bleiben dürften.

Unterdessen kündigte der Parkrat an, am kommenden Wochenende unter dem Titel „Kreuzberg Solidarität“ ein Fußballturnier zu veranstalten. Wie das Gremium auf Facebook mitteilte, treten zehn Mannschaften gegeneinander an, „überwiegend Menschen aus anderen Ländern, die sich viel im Park aufhalten“. Die Teams tragen laut Spielplan unter anderem Namen wie „Senegambia“, „Algeria Tunisia“, „Mali“, „Gambia“ und „224 Guinea“.

In der Vergangenheit hatte der Görlitzer Park bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. So waren dort extra Plätze für Dealer zum Drogenverkauf ausgewiesen worden. (ag)

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