16. Dezember 2018

Zukunftsforscher: Deutsche werden wieder konservativer

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Thomas Schneider/agwelt

Foto: Thomas Schneider/agwelt

BERLIN. Als Folge der Masseneinwanderung werden die Deutschen künftig wieder konservativer. Dieser Überzeugung ist der Zukunftsforscher Horst Opaschowski. „Nicht mehr das Ego oder die Selbstverwirklichung stehen dann im Vordergrund, sondern eher der mitmenschliche Umgang“, sagte der Wissenschaftler dem Sender Deutschlandradio Kultur.

Die Wertehierarchie der Deutschen werde sich „grundlegend verändern“, ist sich der Zukunftsforscher sicher. Künftig werde Emanzipation durch Konventionen ersetzt. „Es werden natürlich auch damit verbunden Arbeitstugenden verändert, also alles das, was vielleicht in der Nach-68er-Zeit nicht mehr so gefragt war, wie Fleiß, Disziplin, Pflichterfüllung, steht wieder obenan“, prognostiziert Opaschowski.

Konflikte zwischen Gruppen werden zunehmen

Bereits jetzt sei die Erziehung der Kinder deutlich konservativer geworden: „Ich habe aktuell in unserem Institut danach gefragt, wie würden Sie heute Kinder erziehen, dann stehen ganz oben an Ehrlichkeit und Anstand und richtiges Benehmen.“ Aber auch die Konfliktlinien innerhalb der Gesellschaft werden sich durch die Masseneinwanderung stark verändern, schätzt der Berater.

So werden künftig ökonomische Konflikte wie Armut und Arbeitslosigkeit weniger dramatisch wahrgenommen. Entsprechend würden Arbeitskämpfe wie Lokführerstreik, Pilotenstreik und dergleichen mehr weniger beachtet. „Und Generationskonflikte haben in Zukunft überhaupt keine Bedeutung mehr.“ Auch ökologische Probleme würden in der Öffentlichkeit an Bedeutung verlieren.

Dagegen werden die Probleme zwischen verschiedenen Gruppen zunehmen. „Wir können jetzt schon nachweisen, daß sehr starke Konflikte zwischen Einheimischen, Ausländern, Christen, Muslimen befürchtet werden, die als sozialer Zündstoff für die Zukunft folgenreicher eingeschätzt wird, als etwa die Kluft zwischen arm und reich.“ (FA)