13. Dezember 2018

Organentnahme unter Christen umstritten

Quelle: idea.de

Foto: Michael Bührke/pixelio.de

Foto: Michael Bührke/pixelio.de

Bielefeld (idea) – Die Organentnahme bei Hirntoten bleibt unter Christen umstritten. Das wurde zum Abschluss des 4. Christlichen Gesundheitskongresses am 29. März in Bielefeld deutlich. Der Kongress stand unter dem Motto „Heilen und Begleiten – Zukunft gestalten“. An ihm nahmen 1.000 Ärzte, Pfleger und Verwaltungsangestellte teil.

Nach Ansicht des Medizinethikers Prof. Axel W. Bauer (Mannheim) steckt die Transplantationsmedizin in einem Dilemma. Sie benötige immer mehr Spenderorgane, könne die Nachfrage jedoch nicht decken. Bauer kritisierte, dass der Staat und die Krankenkassen auf potentielle Organspender Druck aufbauten. So seien die Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung manipulativ und lückenhaft. Es werde suggeriert, dass Patienten nicht am Versagen ihrer eigenen Organe sterben, sondern an „Organspenderversagen“, also der mangelnden Bereitschaft, ein Organ zu spenden. Einen moralischen Anspruch auf ein Spenderorgan gebe es jedoch nicht. Auch werde die Kritik am Hirntod-Konzept verschwiegen. Ein Hirntoter sei biologisch und phänomenologisch „durchaus noch am Leben“. Bauer: „Theologisch gefragt: Hat ein Hirntoter keine Seele mehr?“ [Weiterlesen]