15. November 2018

Evangelische Allianz: Präses Diener übernimmt Vorsitz

Quelle: idea.de

Bad Blankenburg (idea) – Die Deutsche Evangelische Allianz hat einen neuen Vorsitzenden: Michael Diener (Kassel), Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landskirchlicher Gemeinschaften). Der 49-Jährige wurde am 23. September im Allianzhaus in Bad Blankenburg (Thüringen) mit 30-Ja-Stimmen und einer Nein-Stimme bei einer Enthaltung zum Nachfolger von Jürgen Werth (Wetzlar) gewählt.

Der 60-jährige wird das Amt nach fünf Jahren Ende 2011 abgeben, um sich ganz auf seine Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender von ERF Medien (früher Evangeliums-Rundfunk) zu konzentrieren. Werth gab dem Hauptvorstand fünf Wünsche für die Weiterentwicklung der Evangelischen Allianz. Sie müsse noch frommer, jünger, weiblicher, schneller und kommunikativer werden.

Allianz – „so evangelisch wie möglich und so evangelikal wie nötig“

Diener wird das Ehrenamt des Vorsitzenden der evangelikalen Dachorganisation zum 1. Januar übernehmen. Weil Deutschland weiter eine „relevante Deutsche Evangelische Allianz“ brauche und ihm die Allianzarbeit ein „persönliches geistliches Anliegen“ sei, stelle er sich dieser neuen Aufgabe gerne, betonte Diener nach seiner Wahl. Bereits bei seiner Vorstellung am Vortag hatte er erklärt, dass ihm die Allianzarbeit ein „persönliches geistliches Anliegen“ sei. Wenn Einheit und Gebet die Grundanliegen der Allianz seien, dann könne sie keine „evangelikale Kampftruppe“ sein. Diener: „Ich stehe für eine Allianz, die so evangelisch wie möglich und so evangelikal wie nötig ist.“

Dissertation über Gnadauer Präses Michaelis

Der promovierte Theologe, der seit 2009 an der Spitze des Dachverbandes von rund 5.000 Landeskirchlichen Gemeinschaften steht, hat reichhaltige Erfahrung in Kirche, Gemeinschaftsbewegung und darüber hinaus in der evangelikalen Bewegung gesammelt. Geistlich aufgewachsen ist er in der Stadtmission Pirmasens. Theologie studierte er zunächst im Geistlichen Rüstzentrum Krelingen (Walsrode), dann in Heidelberg, Erlangen, Tübingen und Denver (US-Bundesstaat Colorado), wo er ein lutherisches wie auch ein baptistisches Theologisches Seminar besuchte. Seine Ehefrau Eveline, mit der er seit 1989 verheiratet ist und zwei Kinder hat, stammt nämlich aus einer Baptistengemeinde, trat aber mit Dieners Dienstbeginn als Vikar in der pfälzischen Landeskirche 1994 in die Landeskirche ein. Von 1990 bis 1993 arbeitete der Theologe in Heidelberg an seiner Dissertation „Kurshalten in stürmischer Zeit“ über den langjährigen Gnadauer Präses Walter Michaelis (1866-1953).

Vier Jahre Mitglied und Ältester einer FeG

Um auch die freikirchliche Situation in Deutschland besser kennenzulernen, war er – als Landeskirchler – gleichzeitig vier Jahre lang Mitglied und Ältester einer Freien evangelischen Gemeinde in Heidelberg, wo er die Gemeindeaufbauarbeit bei Pastor Fritz Weidemann mit gestaltete. Von 1996 bis 2005 war er Pfarrer an der Pirmasenser Johanneskirche, anschließend Dekan und Pfarrer an der dortigen Lutherkirche. Von 1997 bis 2003 amtierte er zudem als stellvertretender Vorsitzender des Evangelischen Gemeinschaftsverbandes Pfalz. Die Zentrale der Deutschen Evangelischen Allianz befindet sich unter Leitung von Pfarrer Thomas Günzel im thüringischen Bad Blankenburg. Als Generalsekretär amtiert seit 1988 Hartmut Steeb (Stuttgart).