13. Dezember 2018

Vielen Gemeinden fehlen „echte Männer“

Quelle: idea.de

Bad Blankenburg (idea) – In immer mehr Gemeinden haben Frauen das Sagen. Das beobachtet der Leiter evangelischen Fachverbands für Sexualethik und Seelsorge „Weißes Kreuz“, Rolf Trauernicht (Ahnatal bei Kassel).
 

Einen Grund dafür sieht er darin, dass es in christlichen Kreisen weithin an „echten Männern“ fehle. Wie in der gesamten Gesellschaft seien auch in christlichen Kreisen immer weniger Männer bereit, ihrer „gottgewollten“ Führungsrolle nachzukommen, sagte Trauernicht am 1. August bei der Jahreskonferenz der Deutschen Evangelischen Allianz im thüringischen Bad Blankenburg. Dabei gehe es nicht um rücksichtlose Dominanz, betonte er. Vielmehr sollten Männer liebevoll, fürsorglich und entscheidungsfreudig „Haupt“ sein. Eine Umfrage der beiden großen Kirchen habe ergeben, dass 27 Prozent der Männer die traditionelle Rolle als Verdiener und Ernährer behalten möchten. 19 Prozent verstehen sich als moderne Männer mit Vätermonaten zur Kinderbetreuung und erwerbstätiger Ehefrau. 24 Prozent der Befragten bezeichneten sich als „balancierende Männer“, die die alten Rollen nicht verlassen und die neuen Rollen nicht übernehmen wollen. Der größte Teil – nämlich 30 Prozent der Männer – nannten sich „suchend“; sie haben sich von den klassischen Rollen verabschiedet, die neuen aber noch nicht gefunden. Einen Hauptgrund für die zunehmende Rollen-Unsicherheit von Männern sieht Trauernicht in der Gender-Mainstreaming-Bewegung, die die natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau aufheben wolle. Das „Weiße Kreuz“ unterhält über 100 Beratungsstellen, vor allem zu Ehe- und Familienfragen.