15. Dezember 2018

Niederlande: „Erschreckende Entwicklung“ bei Sterbehilfe

Quelle: idea.de

Die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr: Angebot schafft Nachfrage. Foto: PR

Die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr: Angebot schafft Nachfrage. Foto: PR

Münster (idea) – Von einer „erschreckenden Entwicklung“ sprechen deutsche Lebensrechtler angesichts der steigenden Nachfrage nach aktiver Sterbehilfe in den Niederlanden.
 

Nach Angaben der dortigen Behörden wurden im vergangenen Jahr 2.636 Wünsche nach Lebensbeendigung bzw. Hilfe zur Selbsttötung von Ärzten gemeldet. Das entspricht einem Zuwachs um 13 Prozent gegenüber 2008. Aufgrund der Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle ist jedoch unklar, wie viele Tötungen tatsächlich durchgeführt wurden. Die Niederlande hatten 2001 als erstes Land der Welt die Tötung auf Verlangen ermöglicht. Nach Ansicht der „Christdemokraten für das Leben“ (CDL/Münster) zeigen die Zahlen, „dass der Wegfall eines Tabus langsam aber stetig die allgemeinen moralischen Barrieren verschwinden lässt“. In den Niederlanden scheine die Tötung Alter und Kranker zunehmend von der Gesellschaft als normaler Weg akzeptiert zu werden. „Das Argument der Sterbehilfebefürworter, dass die Freigabe der aktiven Sterbehilfe keinen Einfluss auf die Anzahl der Selbsttötungen haben würde, ist in den Niederlanden eindeutig widerlegt worden. Denn auch hier gilt wohl, dass sich ein Angebot die Nachfrage selber schafft“, so die CDL-Vorsitzende Mechthild Löhr (Königstein/Taunus). Deutschland dürfe den Niederlanden bei der Freigabe der aktiven Sterbehilfe oder des ärztlich assistierten Suizids auf keinen Fall folgen. Andernfalls wäre hier künftig eine ähnliche Entwicklung zu beobachten, befürchtet Löhr. Die aktive Sterbehilfe könne nicht zum gleichberechtigten Angebot neben der Schmerzmedizin und Betreuung im Hospiz werden. Die CDL ist eine Initiative in der CDU/CSU und Mitglied im Bundesverband Lebensrecht.