18. Dezember 2018

Muslime wettern gegen Journalisten

Quelle: idea.de

Umstrittene Islam-Gruppierung veröffentlicht Namen der Kritiker im Internet. Screenshot: EZP-Verlag

Umstrittene Islam-Gruppierung veröffentlicht Namen der Kritiker im Internet. Screenshot: EZP-Verlag

Mönchengladbach (idea) – Nach Medienberichten über die umstrittene islamische Gruppierung „Einladung zum Paradies“ wettern führende Mitglieder der Organisation gegen Journalisten.
 

Nach Informationen des niedersächsischen Verfassungsschutzes plant der Verein, eine von ihm betriebene Islamschule von Braunschweig nach Mönchengladbach zu verlegen. Der Behörde zufolge zeigen im Internet veröffentlichte Videos den „islamistischen Charakter“ der Ausbildung: „So erklärte der Leiter der Schule, Muhamed Ciftci, in einem mittlerweile nicht mehr im Internet zur Verfügung stehenden Video, dass für den Abfall vom Islam die Enthauptung die angemessene Strafe sei.“ Der geplante Umzug der Islamschule hatte zu zahlreichen kritischen Veröffentlichungen geführt, in denen die Hintergründe der Bewegung beleuchtet wurden. Die Stadt Mönchengladbach verhängte einen Baustopp an einem Gebäude des Vereins, da kein Bauantrag vorgelegen habe. „Einladung zum Paradies“ hat nun im Internet eine Liste mit den Namen von Journalisten veröffentlicht, die kritisch über den Verein berichtet hatten. Einer der führenden Köpfe der Gruppierung, der islamische Prediger Pierre Vogel, bezeichnete die Kritiker in einem Internetvideo als Lügner und forderte eine Entschuldigung für die nach seiner Ansicht falschen Darstellungen in den Medien. Vogel: „Die einzigen, die als Terroristen bezeichnet werden können, seid ihr.“ Die Berichterstattung verängstige die Bürger, obwohl von dem Verein keine Gefahr ausgehe. Zudem rief Vogel die Muslime dazu auf, sich nicht einschüchtern zu lassen. Ferner solle die Bevölkerung keine Angst vor einer Islamisierung haben.

Bewegung lehnt liberale Ausprägungen des Islam ab

Auch der zweite Vorsitzende von „Einladung zum Paradies“, Sven Lau (Mönchengladbach), beteuerte in einem anderen Video, dass von seiner Organisation keine Bedrohung ausgehe. Im Gegenteil: Die Islamschule trage dazu bei, dass Jugendliche den Weg aus der Kriminalität fänden. Ciftci kündigte rechtliche Konsequenzen gegen die Journalisten an. Nach seinen Worten befänden sich Mitglieder des Vereins nun in „akuter Lebensgefahr“. Die Gruppierung vertritt die islamische Richtung des Salafismus. Dabei handelt es sich um eine Bewegung, die liberalere Ausprägungen des Islam ablehnt.