18. November 2018

Massaker von Dobrenz: Holzkreuz erinnert an deutsche Opfer

Quelle: jungefreiheit.de

Erika Steinbach: Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen lobt die Untersuchung des Massakers durch die tschechischen Behörden Foto: Bundestag

Erika Steinbach: Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen lobt die Untersuchung des Massakers durch die tschechischen Behörden Foto: Bundestag

BERLIN. Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach (CDU), hat die Untersuchung eines Massakers an Deutschen in Südmähren im Mai 1945 durch die tschechische Polizei als „wichtigen und begrüßenswerten Schritt“ bezeichnet.

Steinbach sagte in ihrer Funktion als menschenrechtspolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag, sie hoffe angesichts des nun bekanntgewordenen Verbrechens, „daß die Menschenrechtsverletzungen an der inzwischen vertriebenen sudetendeutschen Bevölkerung, die rund 300.000 Todesopfer forderte, nicht im Verborgenen bleiben.“

Die tschechischen Behörden untersuchen seit vergangenem Jahr die Ermordung von 15 Deutschen nahe Dobrenz bei Iglau durch sogenannte „Rote Revolutionäre“. Nach einem Bericht der deutschen Schriftstellerin Herma Kennel war eine Gruppe von etwa 15 Deutschen zwischen dem 12. und dem 19. Mai 1945 von den „Roten Revolutionären“ abgeholt und auf ein Feld bei Dobrenz geführt worden. Dort mußten sie sich dann ihr Grab schaufeln, bevor sie erschlagen und erschossen wurden.

Mutmaßlicher Mittäter noch am Leben

In der vergangenen Woche stieß die tschechische Polizei bei ihren Ermittlungen nun auf die Gebeine von mindestens sechs Menschen, die in der Nähe des Ortes verscharrt waren. Es wird vermutet, daß es sich dabei um Opfer des von Kennels geschilderten Massakers handelt.

Wie der Südkurier meldet, soll laut der tschechischen Polizei einer der Täter, vermutlich ein Tscheche, noch am Leben sein. Allerdings ist in Tschechien bis heute ein Gesetz von 1946 in kraft (Beneš-Dekrete), durch welches Übergriffe und Gewalttaten in der Nachkriegszeit nicht geahndet werden. Nach einem Bericht von „Radio Prag“ haben Dorfbewohner am Dienstagabend zum Andenken an die Opfer ein drei Meter großes Holzkreuz an der Fundstelle errichtet. (krk)