19. November 2018

Indonesien: Muslime verprügeln Christen

Quelle: idea.de

Protestanten sollen Gottesdienststätte räumen.

Protestanten sollen Gottesdienststätte räumen.

Jakarta (idea) – Zum wiederholten Mal ist eine evangelische Gemeinde in Indonesien von muslimischen Extremisten gewalttätig angegriffen worden, damit sie ihre Gottesdienststätte räume. Die etwa 20 Mitglieder einer Zweiggemeinde der protestantischen Batak Filadelfia Kirche in Ciketing (West Java) können ihre Gottesdienste nur unter Polizeischutz abhalten.
 

Am 8. August durchbrachen der Zeitung Jakarta Post zufolge rund 700 Mitglieder der militanten Gruppen Islamisches Volksforum und Islamische Verteidigungsfront eine Polizeibarriere und forderten die Christen zu Abzug auf. Als sie sich weigerten, griffen die Muslime die Gottesdienstbesucher mit Stöcken und Steinen an. Zwölf Christen trugen Verletzungen davon. Wie der Informationsdienst Compass Direct weiter berichtet, wurde der 26-jährige Franky Taumbunan mehrfach mit Fußtritten traktiert, als er seinen Vater schützen wollte. Die 22-jährige Berliana Sinaga erhielt Schläge auf Kopf und Gesicht. Polizeichef Imam Sudianto machte die Christen für die Ausschreitungen verantwortlich. Er habe sie mehrfach gewarnt, Gottesdienste abzuhalten, weil sie damit die muslimischen Nachbarn störten. Die Protestanten versammeln sich auf dem Grundstück, nachdem die Polizei ein Haus im Wohngebiet Pondok Timur geschlossen und versiegelt hatte.

Seit zwölf Jahren Auseinandersetzungen

Ursprünglich hatte die Gemeinde 1998 ein Grundstück in Ciketing erworben und mit dem Bau einer Kirche begonnen, nachdem sie die Zustimmung von 200 Nachbarn erhalten hatten. Doch etwa 500 Muslime brannten die teilweise fertig gestellte Kirche im Jahr 2000 ab. Im Juni 2007 erwarb die Gemeinde ein Haus in Pondok Timur als zeitweilige Gottesdienststätte und beantragte einen Neubau. Der Antrag blieb jedoch über ein Jahr lang unbearbeitet. In dieser Zeit mehrten sich die Proteste muslimischer Extremisten. Im Oktober 2009 erhielt die Gemeinde die behördliche Genehmigung, Gottesdienste auf einem Grundstück in Ciketing abzuhalten. Ein kleines Gebäude zur Unterbringung von Tischen, Stühlen und anderen Gegenständen wurde errichtet. Ein Bauantrag wurde abgelehnt und das Haus in Pondok Timur behördlich geschlossen. Bürgermeister Mochtar Mohammed sicherte den Christen jedoch Polizeischutz bei Gottesdiensten zu. In Indonesien verüben extremistische Muslime immer wieder Übergriffe auf christliche Gemeinden und Einrichtungen. Von den 240 Millionen Einwohnern des südostasiatischen Landes sind 80 Prozent Muslime. 16 Prozent Christen, zwei Prozent Hindus sowie jeweils ein Prozent Buddhisten und Angehörige von Stammesreligionen.