16. Dezember 2018

Gewaltsamer Tod eines Kindes ist „das Grauenvollste“

Quelle: idea.de

Braunschweigischer Landesbischof Friedrich Weber bei Trauerfeier für fünfjährigen Julian. Foto: PR/Hübner

Braunschweigischer Landesbischof Friedrich Weber bei Trauerfeier für fünfjährigen Julian. Foto: PR/Hübner

Delligsen (idea) – Ihr Entsetzen über die Tötung des fünfjährigen Julian haben Kirchenvertreter bei der Trauerfeier am 24. August in Delligsen (Landkreis Holzminden) zum Ausdruck gebracht. Der gewaltsame Tod eines Kindes sei das Grauenvollste, was es gebe, sagte der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber (Wolfenbüttel).
 

Julian war eine Woche zuvor vom Lebensgefährten seiner Mutter offenbar stundenlang misshandelt und zu Tode geprügelt worden. Seine Leiche, die Polizisten zwischen Müllsäcken in der Garage des Elternhauses fanden, wies schwerste Verletzungen an Kopf und Körper auf. Der 26-jährige mutmaßliche Täter stand nach eigenen Angaben unter Drogeneinfluss. Der Junge habe ihn „zur Weißglut gebracht“. Die Mutter war zur Tatzeit mit Julians dreijährigem Bruder im Krankenhaus. Wie Weber vor rund 200 Trauergästen in der evangelischen St. Georgskirche sagte, könne zwar Gewalt ein Ventil für Überforderung sein, doch dürfe dies niemals eine so grauenvolle Tat entschuldigen. Die Kirche wolle Kindern einen geschützten Raum bieten, aber man habe bei aller Sorgfalt eine solch Tat nicht voraussehen können. Julian ging in den evangelischen Kindergarten am Ort. Gemeindepfarrer Bernhard Knoblauch brachte das lähmende Entsetzen zum Ausdruck, das die Menschen in Delligsen erfasst habe. Er bat Gott um Hilfe, Trost und Vergebung, für das, was man an Julian versäumt habe.