19. November 2018

Evangelikaler Top-Unternehmer gegen Atomsteuer

Quelle: idea.de

Haiger (idea) – Ein evangelikaler Christ gehört zu den Unterzeichnern eines am 21. August veröffentlichten „Energiepolitischen Appells“ an die Bundesregierung.
 

Gemeinsam mit rund 40 weiteren Topmanagern wendet sich auch der Unternehmer Friedhelm Loh (Haiger/Mittelhessen) gegen die von der schwarz-gelben Koalition geplante Brennelemente-Steuer für die Betreiber von Kernkraftwerken. Die Regierung will mit den jährlich erwarteten rund 2,3 Milliarden Euro den Haushalt sanieren und den Ausbau erneuerbarer Energien fördern. Im Gegenzug soll die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängert werden. Während sich viele evangelische Landeskirchen – die sich zusammen mit Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sowie Gewerkschaften zur Klima-Allianz zusammengeschlossen haben – gegen eine solche Verlängerung wenden, spricht sich das Manager-Bündnis dafür aus. „Damit die Preise für alle bezahlbar bleiben, können wir bis auf Weiteres nicht auf kostengünstige Kohle und Kernenergie verzichten“, heißt es in einseitigen Zeitungsanzeigen. Die regenerative Energiewende sei nicht „von heute auf morgen“ zu bewerkstelligen. Zu den Unterstützern des Appells gehören u. a. auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der Manager der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, sowie die ehemaligen Bundesminister Wolfgang Clement (parteilos) und Otto Schily (SPD). Loh ist Inhaber und Vorsitzender einer nach ihm benannten Unternehmensgruppe, die in elf inländischen Firmen und mehr als 60 Tochtergesellschaften rund 11.600 Mitarbeiter beschäftigt. Zudem ist der 63-Jährige Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sowie Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Ferner ist er der Gründer und Vorsitzende der „Stiftung Christliche Medien“, zu der fünf christliche Verlage gehören. Für sein soziales Engagement erhielt Loh vor kurzem das Samariterkreuz in Gold des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB).