15. Dezember 2018

EKD-Ratsvorsitzender: Internet „mit Sinn und Verstand“ nutzen

Quelle: idea.de

Der amtierende EKD-Ratsvorsitzende, der rheinische Präses Nikolaus Schneider: Gremien in Kirchengemeinden können transparenter werden. Foto: EKiR/André Zelck

Der amtierende EKD-Ratsvorsitzende, der rheinische Präses Nikolaus Schneider: Gremien in Kirchengemeinden können transparenter werden. Foto: EKiR/André Zelck

Frankfurt am Main (idea) – „Mit Sinn und Verstand“ sollten Kirchengemeinden das Internet nutzen. Dafür hat sich der amtierende EKD-Ratsvorsitzende, der rheinische Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), ausgesprochen.
 

Zum Beispiel könnten manche Sitzungen teilweise durch online geführte Diskussionen ersetzt werden und so mehr Transparenz und Beteiligung erhalten. Aber es gebe auch Formen der Kommunikation, die persönlich bleiben müssten, etwa in der Trauerarbeit oder der Seelsorge. Jede Gemeinde sollte sich genau überlegen, was ins Netz gestellt werden solle, sagte Schneider in einem Interview mit dem Internetportal evangelisch.de (Frankfurt am Main). Er zeigte sich überzeugt, dass sich durch das Internet auch eine neue Kultur des Gemeindelebens entwickeln werde. Schneider plädierte für überlegtes Vorgehen: „Die Geschwindigkeit muss ein menschenverträgliches Maß haben, bewusste Stopps und Pausen gehören dazu.“

„Offline“ im Gottesdienst

Er sprach sich auch dafür aus, Höflichkeit und Anstand in der Kommunikation über das Internet zu wahren. Es gelte, sich selbst zu bremsen, erst nachzudenken oder etwas zu überschlafen, bevor man drauflos schreibe. Im Normalfall sollte auch im Gottesdienst das Handy ausgeschaltet sein, es sei denn, die Kommunikation etwa per Twitter werde absichtlich in das Gottesdienstgeschehen einbezogen. Schneider bekannte, dass er oft Briefe oder Karten schreibe. Für ihn sei diese Form der Kommunikation persönlicher und verbindlicher als E-Mail, SMS oder andere elektronische Mittel.