19. Oktober 2018

Evangelische Allianz in Sorge um Konvertiten in Afghanistan

Quelle: idea.de

Der Direktor der WEA-Kommission für Religionsfreiheit, Godfrey Yogarajah.

Der Direktor der WEA-Kommission für Religionsfreiheit, Godfrey Yogarajah.

Kabul/Colombo (idea) – Die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) ist tief besorgt über die Lage von Bürgern in Afghanistan, die vom Islam zu anderen Religionen übergetreten sind.
 

Regierungsvertreter hatten nach einer Fernsehsendung über Christen, die zuvor Moslems waren, dazu aufgerufen, abtrünnige Muslime mit dem Tode zu bestrafen. Auch Staatspräsident Hamid Karzai wies Regierung und Staatsschutz an, dazu für sorgen, dass es keine weiteren Übertritte gibt. „Wir fordern die afghanische Regierung dazu auf, sofort dafür zu sorgen, das Leben aller Afghanen zu schützen“, schrieb der Direktor der WEA-Kommission für Religionsfreiheit, Godfrey Yogarajah (Colombo/Sri Lanka), in einer am 23. Juni veröffentlichten Erklärung. Er habe zwar Verständnis dafür, dass die Regierung in Kabul vor der großen Herausforderung stehe, den Frieden im Land wiederherzustellen und zu sichern, doch dürfe dies nicht auf Kosten der Religionsfreiheit geschehen. An die Christen in aller Welt appellierte Yogarajah, für die Afghanen und die im Land tätigen Ausländer zu beten. Wie er weiter schreibt, sei vor kurzem auch zwei christlichen Hilfsorganisationen die Genehmigung für die Arbeit im Land entzogen worden, weil sie angeblich missioniert hätten. Von den 28,4 Millionen Einwohnern Afghanistans sind 99,9 Prozent Muslime. Hinzu kommen etwa 15.000 Hindus und wenige Sikhs, deren Religionen staatlich anerkannt sind. Über die Zahl der Christen ist nichts bekannt.