16. November 2018

Leichenfunde im Jemen: Handelt es sich um entführte Deutsche?

Quelle: idea.de

Das Ehepaar Hentschel mit seinen drei kleinen Kindern war im Juni vergangenen Jahres verschleppt worden. Foto: Privat

Das Ehepaar Hentschel mit seinen drei kleinen Kindern war im Juni vergangenen Jahres verschleppt worden. Foto: Privat

Sanaa/Berlin/Radebeul (idea) – Nach dem Fund von fünf verkohlten Leichen im Jemen hat sich Außenminister Guido Westerwelle (FDP) besorgt über das Schicksal der dort vermissten deutschen Familie geäußert.
 

„Wir müssen auf alles gefasst sein“, erklärte er in Berlin. In der jemenitischen Wüste sind Experten damit beschäftigt, die Identität der Toten zu klären. Die dortigen Behörden vermuten, dass es sich bei den Leichen um Flüchtlinge aus Somalia handelt. Wie die jemenitische Regierung mitteilte, wolle man die Identität der Toten durch einen DNA-Test eindeutig klären. Die fünf Toten waren an der Grenze zwischen den nördlichen Provinzen Saada und Al-Jawf entdeckt worden. In der Nähe war im Juni 2009 eine fünfköpfige Familie aus Sachsen verschleppt worden – zusammen mit zwei Pflegehelferinnen aus Niedersachsen, einem Briten und einer Südkoreanerin. Die beiden Deutschen Anita Grünwald (24) und Rita Stumpp (26) sowie die Lehrerin Um Young-Sun waren wenig später ermordet aufgefunden worden.

Schwager: Es sieht nicht so aus, als wären es unsere Leute

Der Schwager des entführten Familienvaters, Pastor Reinhard Pötschke (Radebeul), äußerte sich gegenüber idea zurückhaltend. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei alles Spekulation. „Aber es sieht nicht so aus, als handele es sich bei den Toten um unsere Leute“, sagte er. Die Familie gebe die Hoffnung nicht auf, dass ihre Angehörigen noch am Leben sind. „Und wir sind dankbar für jeden, der sie weiterhin ins Gebet einschließt.“ Das Auswärtige Amt hält sich gewohnt bedeckt. Ein Sprecher erklärte gegenüber idea lediglich, man arbeite „weiterhin mit Hochdruck an einer Lösung des Geiseldramas“.