21. November 2018

Parzany: Christen sollen Klartext vom Glauben reden

Quelle: idea.de

parzany_geiss_rainer_09Friedberg (idea) – Der Leiter des evangelistischen Projekts ProChrist, Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel), hat Christen davor gewarnt, soziales Engagement für wichtiger zu halten als Mission. Selbst in evangelikalen Kreisen höre er manchmal „den Quatsch“, dass es nicht auf das Bezeugen des christlichen Glaubens mit Worten ankomme, sondern auf das Handeln der Christen.

„Der Klartext und die Tat der Liebe sind zwei Flügel der gemeinsamen Sendung“, sagte Parzany auf dem Christustag der Chrischona-Gemeinden in Hessen am 30. August in Friedberg. Vor 1.100 Besuchern vertrat er ferner die Ansicht, dass die gegenwärtige Atheismus-Welle auf Europa und Teile Nordamerikas beschränkt sei: „In den anderen Erdteilen ist der Atheismus kein Thema.“ In Afrika, Asien und Lateinamerika müsse man die Neugier der Menschen am christlichen Glauben nicht wecken. Dort sei ein „geistlicher Hunger nach Leben“ spürbar. In Europa müsse man dagegen oft „Schuttberge von Vorurteilen und Ablehnung“ gegenüber dem christlichen Glauben wegräumen, um Interesse am Evangelium zu wecken. Im Blick auf den Wohlstand in der westlichen Welt sagte Parzany: „Das bequeme Leben macht Christen wehleidig und passiv.“ Nach seiner Einschätzung werden christliche Gemeinden auf Dauer vor allem dort wachsen, „wo sie für Christus leiden“. Als ein Beispiel nannte er die Volksrepublik China. Dort sei die Zahl der Christen in den vergangenen Jahrzehnten explosionsartig gewachsen. Er rechne damit, dass es auch in der arabischen Welt so kommen werde, so Parzany.

Gemeindeaufbau Ost

Der Inspektor des Chrischona-Gemeinschaftswerks, Pfarrer Rainer Geiss, (Friedrichsdorf bei Frankfurt am Main), berichtete, dass der Verband zwei Gemeindegründungen im Bundesland Brandenburg unterstützt. In Prenzlau sind eine Stadtmission und das sozial-missionarische Projekt „baseCamp“ entstanden. Es unterhält eine Wohngemeinschaft für junge Erwachsene, die sich in einer Notlage befinden. Das Diakonissenmutterhaus St. Chrischona (Lörrach) hatte das Gelände einer ehemaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft 2007 erworben und für das Projekt zur Verfügung gestellt. In Schwedt bildete sich mit Hilfe des Chrischona-Gemeinschaftswerks eine Freie Christengemeinde. In die Gottesdienste der beiden Gemeinden kommen zusammen knapp 100 erwachsene Besucher.

Prediger jetzt Gemeinschaftspastoren

Wie Geiss idea mitteilte, bezeichnen sich die Prediger im Verband seit Mai als Gemeinschaftspastoren. Man habe diese Entscheidung in Abstimmung mit den Landeskirchen in Baden, Württemberg und Hessen-Nassau getroffen. Zum Chrischona-Gemeinschaftswerk gehören in Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland 69 Gemeinden, die wöchentlich rund 9.000 Erwachsene und Kinder erreichen.