28. Januar 2022

Razzien: Polizei geht gegen linksextreme Szene in Leipzig vor

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Thomas Schneider/agwelt

LEIPZIG. Das Landeskriminalamt Sachsen ist am Mittwoch mit einer großangelegten Razzia gegen die linksextreme Szene im Leipziger Stadtteil Connewitz vorgegangen. Die „SoKo LinX“ des Polizeilichen Terrorismus- und Extremismusabwehrzentrums habe neun Wohnungen durchsucht, teilte die Polizei am Nachmittag mit.

Grund für die Razzien seien Ermittlungen gegen mehrere Beschuldigte, die der gefährlichen Körperverletzung, des Landfriedensbruchs und der Sachbeschädigung verdächtigt werden. Die Polizei stellte neben Hieb- und Schlagwaffen, Drogen und Pyrotechnik auch Schlagschutzbekleidung sicher. Außerdem beschlagnahmten die Beamten mehrere Kommunikationsgeräte.

Die „SoKo LinkX“ (Sonderkommission Linksextremismus) war im vergangenen November nach einer Reihe von Anschlägen gebildet worden. Connewitz gilt mit rund 250 gewaltbereiten Linksextremen als eine der Szenehochburgen in Deutschland. Zuletzt hatten mehrere Personen Anfang Mai mit Baustellenmaterial, Sofas, Paletten und einem Faß an mehreren Stellen in dem Stadtteil Feuer gelegt. Der Staatsschutz nahm anschließend drei Verdächtige fest und ermittelt wegen Landfriedensbruch.

Immer wieder linksextreme Straftaten in Connewitz

Die Tat reihte sich ein in eine Serie von Anschlägen und Attacken auf Baufirmen, Immobilienunternehmen und staatliche Einrichtungen sowie AfD-Politiker. Im April steckten mutmaßliche Linksextremisten zum wiederholten Mal das Auto der Eltern eines AfD-Bundestagsabgeordneten in Connewitz in Brand. Anfang des Jahres protestierten Linksextremisten mehrfach gegen das Verbot der Online-Plattform „linksunten.indymedia“. Bei gewalttätigen Ausschreitungen Ende Januar wurden 13 Polizisten verletzt.

Im Herbst überfielen zwei vermummte Linksextremisten die Mitarbeiterin einer Immobilienfirma zu Hause und schlugen ihr ins Gesicht. Später bekannte sich die Gruppe „Kiezmiliz“ zu der Tat. Immer wieder waren davor auch Bagger von Bauunternehmen zerstört worden.

Überregionale Beachtung erfuhr der Stadtteil Ende 2015, als bei heftigen Ausschreitungen dutzende Vermummte Polizisten, Feuerwehrleute und Geschäfte attackierten. Die Polizei sprach von einem „massiven“ Gewaltausbruch und „etwa tausend gewaltbereiten Linksautonomen“. Die Polizei erneuerte Anfang 2019 noch einmal ihren Fahndungsaufruf. (ls)

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