1. November 2020

Proteste: Brasilianisches Gericht verbietet Film mit „schwulem Jesus“

Quelle: jungefreiheit.de

Szene aus dem Netflix-Film „Die erste Versuchung Christi“ Foto: Netflix YouTube /Screenshot JF

RIO DE JANEIRO. Ein Gericht in Rio de Janeiro hat den Streamingdienst Netflix angewiesen, den Film „Die erste Versuchung Christi“ aus ihrem Angebot zu streichen. Zuvor hatten über zwei Millionen Menschen in Brasilien eine Petition unterzeichnet, in der sie die Online-Plattform aufforderten, den Film, der Jesus als Homosexuellen darstellt, aus dem Programm zu nehmen, berichtete die Nachrichtenagentur KNA. Die Streichung der Produktion sei „nicht nur von Vorteil für die christliche Gemeinde, sondern für die brasilianische Gesellschaft, die überwiegend christlich ist“, sagte Richter Benedicto Abicair.

In dem Film, der im Advent als „Weihnachtsspezial“ veröffentlicht wurde, stellt sich zudem Jesus „Freund“ als Luzifer heraus, während Gottvater Cannabis konsumiert und versucht, Maria zu verführen, berichtete die Tagespost. Die Firma Porta dos Fundos bezeichnete die Produktion als Satire. An Heiligabend attackierten Unbekannte deren Büro in Rio de Janeiro mit Molotowcocktails.

„Schlag ins Gesicht aller Christen“

Der Film sei „ein Schlag ins Gesicht aller Christen“, hatte Bischof Henrique Soares da Costa von Palmares auf Facebook geurteilt. Der texanische Bischof Joseph Strickland hatte auf Twitter mitgeteilt, Netflix abbestellt zu haben: „Gotteslästerer verdienen keinen Penny Unterstützung.“

Der Vorsitzende der brasilianischen Anwaltskammer, Felipe Santa Cruz, kritisierte die Entscheidung gegenüber dem Nachrichtenportal G1. Zensur bedeute Rückschritt und könne nicht von der Gesellschaft hingenommen werden. Außerdem pochte er auf „die freie künstlerische Gestaltung“, die die brasilianische Verfassung garantiere.

Auch in Deutschland ist der Film zu sehen. Die Kampagnenorganisation Citizen-Go sammelte bereits fast eineinhalb Millionen Unterschriften mit dem Anliegen, den Film auch in Deutschland verbieten zu lassen. (hr)

 

Comments

  1. Danke Brasilien – ein Land das den Mut hat dieses filmische Machwerk zu verbieten!
    Es ist schockierend was als Freiheit der Kunst und Meinungsfreiheit alles veröffentlicht werden darf. Ich stelle mal die Frage: Was würde geschehen wenn so etwas über Mohammed oder den jüdischen Glauben usw. in die Kinos kommen würde?

    Ich erinnere an das Attentat auf Charlie Hebdo: Fünf Jahre nach dem Angriff auf das Satiremagazin sehen Experten die Meinungsfreiheit stärker in Gefahr als zuvor. 2015 wurden bei dem Anschlag zwölf Menschen getötet.

    Der christliche Glaube jedoch darf ungestraft in den Schmutz gezogen und lächerlich gemacht werden. Und dies auch im Land der Reformation.
    Wie lange sieht Gott noch wohl zu???

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