4. April 2020

Steimle braucht den MDR nicht, der MDR aber Steimle

Quelle: jungefreiheit.de

Screenshot uwesteimle.de

Eine der häufigsten Redensarten im Deutschen heißt: „Spaß beiseite“. So dürfen wir uns wohl den Humor beim Heimatsender MDR in Leipzig vorstellen.

Doch was erwarten wir auch von einer Sendeanstalt, wo inzwischen Hobbyköche, Schlagersänger, Schauspieler und Ärzte ohne journalistische Grundausbildung einen Großteil der Sendungen moderieren und gestandene Journalisten zu anstrengend geworden sind, weil sie mitdenken wollen?

Mal davon abgesehen, daß es Gebührengelder kostet, zusätzliche Redakteure zu beschäftigen, um Moderationsinhalte und Interviewfragen auszuarbeiten oder ein Moderationscoaching zu finanzieren. Das alles war, meines Wissens, bei Uwe Steimle nicht notwendig.

Er wird davon nicht untergehen

Er braucht den MDR nicht, aber der MDR braucht Gesichter wie ihn, die authentisch und in der Region verwurzelt sind, die weiter als bis zur Wand denken und ihr Publikum nicht für dumm halten, sondern auffordern, zwischen den Zeilen zu lesen.

Politische Gründe nennt der MDR für die Beendigung der Zusammenarbeit, vielleicht sollte er besser die Kritik Steimles ernst nehmen und lernen, sie auszuhalten.

Hier wird wieder einmal deutlich gezeigt, unter welcher Anspannung jene täglich leben, die für derartige Unternehmen arbeiten. Diesen Druck ist er jetzt los. „Steimles Welt“ wird davon nicht unter gehen.

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Katrin Huß ist Journalistin und arbeitete bis 2016 beim MDR.

 

 

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