25. Januar 2020

Eltern beklagen Magie und Zauberei für Schulkinder im Advent

Thomas Schneider, Pressesprecher AG WELT. Foto: lichtzeichen-medien.com

von Thomas Schneider

Mitten im Advent lädt das Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz Grundschulklassen in Sachsen zum Satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch ein, einem Theaterstück nach dem gleichnamigen Buch des Schriftstellers Michael Ende (1929-1995).

Der Anthroposoph Ende gehört zu den erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautoren. U.a. mit seinen Büchern Die unendliche Gesichte, Momo, Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer machte er sich einen Namen.

Kinder sollen für Klimakatastrophe sensibilisiert werden

Da einige Schulen im Freistaat – wohl angesichts der politisch und medial geschürten Klima-Debatte – die Theateraufführung als Pflichtveranstaltung anordneten, haben christliche Eltern in den Bildungseinrichtungen vorgesprochen, um ihre Kinder von einer Teilnahme befreien zu lassen.

Doch für die Schulen gehört „Michael Endes Wunschpunsch zu den Klassikern der Kinderliteratur“, so die Klassenlehrerin im Gespräch mit dem Vater eines Drittklässlers. Gerade in der heutigen Zeit sei es notwendig, so diese Pädagogin, „Kinder sehr frühzeitig für die sich anbahnende Klimakatastrophe in der Welt zu sensibilisieren“. Mit der anthroposophischen Weltanschauung des Schriftstellers habe sie jedoch nichts anzufangen gewusst, so der Vater des Schülers.

Kampf zwischen Gut und Böse

Doch das Bühnenstück erzählt nicht nur von der „Außenwelt“, von rücksichtsloser Umweltzerstörung mit Wald- und Tiersterben – dargestellt im Bühnenstück vom Zauberrat Beelzebub Irrwitzer. Es geht nicht nur um den Schutz der Umwelt, den jeder vernunftbegabte Mensch unterstützen sollte. Kinder werden über magische Welten mit übersinnlichem Zauber in einen Kampf zwischen Gut und Böse geführt, in einen Kampf gegen die Verwüstung der „Innenwelt“ des Menschen, den letzten Endes nur der gute Mensch gewinnen könne.

Die Gedankenspiele des Schriftstellers und Bühnenautors Ende sind insbesondere im anthroposophischen Lehrkonzept von Rudolf Steiner (1861-1925) zu finden, das u.a. auf die evolutionistische Idee des Darwinisten Ernst Haeckel (1834-1919) mit seiner anglo-indischen Theosophie (göttliche Weisheit aus alten östlichen Quellen) zurückgreift, wie sie auch die Okkultistin Helena Petrovna Blatvatsky (1831-1891) vertrat. Es geht um die Weisheit des Menschen, der sich eines spirituell-esoterischen oder gar spiritistischen Erkenntnisweges bedient. Im Bühnenstück sind es der Zauberrat und die Geldhexe Tyrannja Vamperl, denen „die Pfändung ihrer Seelen durch den höllischen Gerichtsvollzieher Maledictus Made“ droht, wie es in der Ankündigung des Theaterstückes heißt.

Erkenntnisweg der Bewusstseinserweiterung

Mit dem vom Annaberger Theater als „Weihnachtsmärchen“ angepriesenen Bühnenstück sollen Kinder in sich hinein versenken und verinnerlichen, dass der Mensch in der Lage sei, sich zu einem Gutmenschen höher zu entwickeln, dargestellt vom Kater Maurizio di Mauro und dem Raben Jakob Krakel.

Nach der Lehre der Anthroposophie soll der Mensch auf dem Erkenntnisweg der Bewusstseinserweiterung zur Freiheit des eigenen Ich finden. Das erfordert das unentwegte Bestreben, hellseherische okkulte Kräfte zu erlangen. Der Mensch soll Gott in sich selbst finden, dabei aber den Gott ausblenden, der in Jesus Christus Mensch geworden ist, um Menschen vor dem ewigem Tod und der Hölle zu retten. Genau diesen Widerspruch sollten Christen immer wieder anmahnen.

Mystische Welt ohne Gott

Nicht nur der Satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch, auch andere von Esoterik und Anthroposophie durchwobene Bücher, Filme und Bühnenstücke, führen Kinder in eine mystische Welt ohne Gott. Wer das nicht will, sollte seine Kinder rechtzeitig aufklären und sie auf dem nicht ungefährlichen Weg der staatlichen Bildung und Erziehung begleiten – auch und gerade im Hinblick auf schulische Theaterangebote.

Von einer sächsischen Schule ist bekannt, dass den Eltern nun freigestellt wurde, ob sie ihre Kinder zu einer Theateraufführung schicken, die nicht im Geringsten etwas mit dem bevorstehenden Christfest zu tun hat, sondern mit Mächten und Gewalten, die dem Schöpfer und Erhalter der Welt entgegen stehen. Eltern hatten den Mut, ihre Vorbehalte offen und sachlich kund zu tun.

Wenn das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP) auf seinem Internetportal evangelisch.de positiv bewertet, dass der Schriftsteller Ende „seinem kindlichen Glauben an die heilende Kraft der Fantasie treu“ geblieben ist, zeugt das einmal mehr von vollkommener Unwissenheit über Weltanschauungen wie der Anthroposophie, die konträr zur biblischen Botschaft steht.

 

 

Comments

  1. Avatar Matthias Schneider says

    Mir fällt gerade in diesem Jahr auf, wie sich unsere Gesellschaft verändert. Nein, entgegen mancher Befürchtung wird z.B. Weihnachten nicht abgeschafft. Aber alles was Bibel und christliche Inhalte betrifft verschwindet allmählich und von einer immer weniger christusgläubigen Gesellschaft eher unbemerkt. Es bleiben die Lichter und die bei uns bekannten erzgebirgischen Traditionen, es bleiben die Geschenke und Märkte. Aber die Lieder die auf Christi Geburt hinweisen verstummen, in den Kirchen geht es um Umwelt und soziale Gerechtigkeit. Die Weihnachtsgeschichte wird zur Überschrift für die Flüchtlingsproblematik und linkes Gedankengut. Wie werde ich glücklich war das Thema einer Adventspredigt und nicht mehr die Botschaft : Lasst euch versöhnen mit Gott und dazu ist euch der Heiland geboren. Leider entfernen sich auch immer mehr die christlichen Kirchen, Werke und Medien von den Grundlagen der BIbel.
    Unsere Gesellschaft wird nicht gottloser, denn den Platz des lebendigen Gottes nehmen andere Götter ein. Nicht nur am Annaberger Theater wird dafür Werbung gemacht.

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