22. November 2019

„Vergebung funktioniert nicht auf die schnelle Tour“

Der Evangelist und Buchautor Pfr. i. R. Dr. Theo Lehmann, Foto: Thomas Schneider/agwelt

Quelle: idea.de

Wetzlar (idea) – Vergebung funktioniert nicht auf die schnelle Tour. Um seinen Stasi-Spitzeln zu vergeben, hat er mindestens zehn Jahre gebraucht. Das sagt der evangelische Pfarrer Theo Lehmann (Chemnitz) in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

Der 85-jährige Lehmann war einer der bekanntesten Pfarrer in der DDR. Zu den Gottesdiensten des sächsischen Jugendevangelisten in der Chemnitzer Lutherkirche kamen zu DDR-Zeiten bis zu 3.000 Personen.

Lehmann zufolge saß die Enttäuschung über den Verrat sehr tief. Einer, der ihn bespitzelt habe, sei sein bester Freund gewesen. Als Pfarrer habe er sich eine Menge auf seine Menschenkenntnis eingebildet, so Lehmann. Er habe gewusst, dass es in seinem Freundeskreis eine undichte Stelle geben müsse: „Ich bin alle einzeln durchgegangen. Dass der Spitzel direkt neben mir saß, hätte ich nie gedacht.“ Die Stasi habe es fertiggebracht, [Weiterlesen]

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