13. November 2019

Ungarn-Botschafter verteidigt Grenzschließung von 2015

Quelle: jungefreiheit.de

BERLIN. Der ungarische Botschafter in Berlin, Péter Györkös, hat Vergleiche zwischen dem Eisernen Vorhang und dem Schutz der EU-Außengrenzen zurückgewiesen. Die Mauer sei eine Maßnahme gegen die eigene Bevölkerung gewesen, die Abriegelung in der Flüchtlingskrise jedoch eine zum Schutz und für die Sicherheit der Bürger, sagte Györkös am Montag im RBB-Inforadio. „Dort sehe ich einen fundamentalen Unterschied.“

Er sei auf beide Entscheidungen stolz. 2015 hätten Hunderttausende Menschen die Außengrenzen der EU und der Schengenzone illegal überquert. Er sehe heute, „daß wir Ungarn und Deutsche hier noch Klärungsbedarf haben“, ergänzte der Botschafter.

Anläßlich des Gedenkens an den Mauerbau am vorige Woche hatten unter anderem Politiker der Linkspartei Vergleiche mit heutigen Grenzen gezogen. Die Landesvorsitzende der Berliner Linkspartei, Katina Schubert, teilte etwa mit: „Die 58 Jahre seit dem Mauerbau sind uns Mahnung, Grenzen nicht zu befestigen, Geflüchtete willkommen zu heißen und der Opfer zu gedenken.“

Merkel besucht seit 2014 das erste Mal Ungarn

Am heutigen Montag gedenken Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán (Fidesz) in Sopron (Ödenburg) der Massenflucht von DDR-Bürgern am 19. August 1989 über den österreichisch-ungarischen Grenzübergang. Rund 20.000 bis 25.000 Personen waren Paneuropa-PicknickDer Schub von Sopron an den Grenzort gekommen. Zwischen 600 und 700 DDR-Bürger nutzten dabei die dreistündige Öffnung der Grenzen zur Flucht in den Westen – die bis dahin größte seit dem Bau der Mauer.

Merkel hatte am Sonnabend den Beitrag Ungarns zur Deutschen Einheit gewürdigt. Das Land habe 1989 den Mut aufgebracht, die Grenzen zu öffnen. „Dies war ein ganz wichtiger Baustein in der Frage, daß wir zur Maueröffnung und dann auch zur deutschen Einheit kommen konnten“, sagte sie in einem Podcast. Merkel war laut Angaben der Nachrichtenagentur dpa seit 2014 nicht mehr in Ungarn gewesen. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte am Freitag klargestellt, daß die Meinungsverschiedenheiten in der Einwanderungspolitik fortbestünden. (ls)

 

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