13. November 2019

August 89 – Danke Ungarn!

Egond Prill. Foto: LICHTFANG Kassel

von Egmond Prill

Vor dreißig Jahren begann der Ostblock zu zerbröseln. In Polen und der Tschechoslowakei, in der DDR und vor allem in Ungarn regte sich der Geist des Wandels, wuchs die Sehnsucht nach Freiheit. Am 19. August 1989 war das „Paneuropäische Picknick“ ein entscheidender Schritt in die Freiheit, genauer gesagt – ein notwendiger Schnitt.

Wir erinnern uns: Am 27. Juni 89 hatten der ungarische und der österreichische Außenminister, hatten Gyula Horn und Alois Mock, symbolisch die beide Staaten trennende Grenze aufgeschnitten. Beide zertrennten Teile des sogenannten Signalzaunes. Schon Anfang Mai hatte Ungarn begonnen, Überwachungsanlagen abzubauen. Die Bilder gingen um die Welt.

Wir erinnern uns: Am 7. Mai 89 gab es zum letzten Mal Wahlen in der DDR, wobei nur wenige ahnten, dass es zum letzten Mal zum „Zettel falten“ ging und der kommunistische Staat bereits in Agonie lag. Offensichtlich war in den Tagen danach, dass die Wahl grob gefälscht worden war. Ich selbst war zur öffentlichen Stimmauszählung in einem Wahlbüro in Berlin-Weißensee. Zusammen mit anderen Oppositionellen notierte ich Zahlen, die so aber tags darauf nicht in der Zeitung standen. Wahlfälschung von oben angeordnet vielerorts in der DDR. Die Zahl der Ausreise-Anträge wuchs sprunghaft.

Und dann wurde beim Paneuropa-Picknick am 19. August für einige Stunden die Grenze nach Österreich geöffnet. Über 600 DDR-Bürger wählten spontan die Ausreise ohne Antrag. Die Ungarn erkannten im Sommer 1989, dass der „Eiserne Vorhang“ seine Zeit hatte. Denn genau zu der Zeit war seine Zeit vorbei. Die ungarische Regierung verfügte die Öffnung des Todesstreifens und zerschnitt den Stacheldraht an der Grenze zur Republik Österreich. Das waren die ersten Hammerschläge, die zum Fall der Mauer am 9. November 1989 führten.

„Ein jegliches hat seine Zeit,

und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:

Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit.“ (Prediger 3,1-3).

Heute sind es wieder die Ungarn, die die Zeichen der Zeit verstehen und entsprechend handeln. Richtig handeln, denn alles hat seine Zeit. Das sagt die Bibel.

Wir erinnern uns: Im Sommer 2015, Millionen „Flüchtlinge“ stürmten die Staatsgrenzen und brachen einer Flut gleich in die Staaten Europas ein. Da entstand die Frage: Wie ist das zu schaffen, wenn Nacht für Nacht Tausende kommen? Und es wuchs die Furcht: Die Mehrzahl sind Moslems, wie werden die künftig unsere Art des Lebens verändern? Die ungarische Regierung unter Viktor Orban fragte und fragt das sehr offen und stellt fest: Zu viel Islam verändert zu viel in unserem Land. Das wollen wir nicht. Das politisch korrekte Europa schäumt, denn so etwas sagt man nicht – selbst wenn es stimmt.

Doch Ungarn hat verstanden, was heute anders ist als damals. Ein Staat öffnete damals die Grenze für die Freiheit. Und heute sichert ein Staat die Freiheit, indem er an der Grenze kontrolliert. Ab sofort steht ein Zaun an der Grenze, gibt es wieder Grenzposten und die Androhung einer Strafanzeige wegen illegaler Einreise.

Danke Ungarn! Alles hat seine Zeit.

Der Westen ist unfähig zu verstehen, was Völker und Menschen in Mittel- und Osteuropa wirklich bewegt. Dem Westen Europas fehlt die Einsicht, dass Tschechen, Slowaken, Polen und Ungarn eigenständige, selbst bestimmte und freie Völker sein wollen, dass sie überhaupt eigene Völker und Vaterländer bleiben wollen.

Für viele Tschechen ist Brüssel das neue Moskau, ist Juncker so etwas wie der neue Breschnew, sind Merkel und Macron dessen willige Vollstrecker. In Prag und Warschau, in Budapest und Bratislava wächst der Widerstand gegen Brüssel-Europa. Diese „Visegrád-Staaten“ wollen sich die mühsam erkämpfte Freiheit weder nehmen noch mit Milliarden Euro abkaufen lassen. Zu lange, zu oft und zu furchtbar waren zum Teil über Jahrhunderte hin Fremdherrschaft und Zwang.

Diese kleinen Nationen mit ihren je eigenen Muttersprachen, Kulturen und Traditionen wollen nicht in „West-Europa“ aufgehen. Sie wollen sich nach einer von Brüssel und Berlin verordneten Überflutung durch Mohammedaner keineswegs selber in der nächsten Generation auflösen. So wurden Parteien gewählt, die Genderwahn, Klima-Religion und Islamisierung kritisch sehen. Übrigens, bei vielen Menschen in Sachsen und Thüringen, in den nicht mehr neuen Bundesländern, sind diese Gedanken und Gefühle ähnlich. Sie wollen die „wunderbaren Vorzüge“ multikultureller Parallelgesellschaften in Köln, Düsseldorf und Berlin mit arabischen Clan-Herrschaften und Scharia-Gerichten nicht haben.

August2019©Egmond Prill – Alle Rechte vorbehalten.
www.egmond-prill.de

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