16. Dezember 2019

Was ist Aberglaube?

(AG WELT) Viele Menschen sind sehr empfänglich für Mystik, Magie und Übersinnliches. Sie glauben, dass es außerhalb der sichtbaren Welt Kräfte, Energien und Geistwesen gibt, die ihnen bei der Suche nach vollkommenem Glück helfen könnten.

Besonders dann, wenn ein Mensch keinen Bezug zum Glauben an Gott hat, greift er nach übersinnlichen Angeboten, die ihnen vieles versprechen oder zumindest hoffen lassen.

Aberglaube bedeutet „Gegen-Glaube“ und ist von dem althochdeutschen Wort „Afterglaube“ abgeleitet. Wenn im Johannesevangelium (14,6) Jesus sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, als nur durch mich“, dann ist alles, was sich diesem Anspruch entgegenstellt, Aberglaube.

Der Aberglaube vertraut allem und jedem, nur nicht dem in der Bibel bezeugten, gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus. Im Glauben hat der Mensch Gott zum Herrn. Im Aberglauben will der Mensch Herr über Gott sein. Aberglaube resultiert aus Mangel an Gottesglauben und ist letztlich Unglaube.

Aberglaube und Gottesglaube sind unvereinbar. Sie stehen im krassen Gegensatz zueinander. Im großen Katechismus schreibt Martin Luther zum 1. Gebot: „Einen Gott haben bedeutet, etwas haben, an das ich mein Herz hänge und dem ich unbedingt vertraue“, und weiter: „Woran du nun, sage ich, dein Herz hängst und [worauf du dich] verlässest, das ist eigentlich dein Gott.“ Schließlich ermahnt der Reformator mit den Worten: „Der Sinn des ersten Gebotes: Häng dein Herz allein an Gott und nicht an andere Götter“.

Aberglaube zeigt sich bereits im Egoismus, in der Ich-Sucht. Der Mensch fragt nicht nach dem Willen Gottes, sondern sucht Mittel und Wege, die seine Sehnsüchte (Erfolg, Anerkennung, Gesundheit, Reichtum,…) stillen und nimmt Dinge in Anspruch, die ihn vom Glauben an den biblischen Gott wegführen.

Abergläubische Praktiken

Manche glauben tatsächlich, dass ein vierblättriges Kleeblatt oder ein am Haus angebrachtes Hufeisen Glück bringen können. Weit verbreitet ist der ausgesprochene Wunsch „toi-toi-toi“, für gutes Gelingen. Kaum einer weiß, dass es sich hierbei um die mittelalterliche Abkürzung für „Teufel“ handelt und als Gegenzauber (Abwehr böser Kräfte und Mächte) verstanden wird.

Man bemüht also den Teufel für ein gelingendes Leben. Diese Teufelsanrufung verbinden manche zusätzlich mit einem dreimaligen Klopfen auf Holz oder einem dreimaligem Ausspucken. Das alles tun Menschen, um Unglück in ihrem Leben oder im Leben anderer
zu verhindern oder abzuwenden. Wie oft ist in Gesprächen zu hören: „Ich drücke dir die Daumen“ oder „Hast du auch dein Maskotchen dabei?“. Viele haben sich an diese unsinnigen
„Bräuche“ gewöhnt, die sich im Unterbewusstsein festgesetzt haben…


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Comments

  1. Avatar Matthias Schneider says

    Als Ergänzung empfehle ich die Predigt von Olaf Latzel vom 30.12.2018. Nachzuhören bei YouToube

  2. Avatar Günter Rack says

    „Manche glauben tatsächlich, dass ein vierblättriges Kleeblatt oder ein am Haus angebrachtes Hufeisen Glück bringen können.“ Und manche glauben tatsächlich dass der Priester mit einer Zauberformel Wein in Blut und ein Plätzchen in Fleisch verwandeln kann. Da das KEIN Aberglaube ist, gehe ich davon aus, dass mein Beitrag umgehend gelöscht oder gar nicht erst veröffentlicht wird!

    • Avatar Thomas Schneider says

      Lieber Herr Rack, wieso sollten wir Ihren Kommentar löschen? Wenn Leute „tatsächlich glauben, dass der Priester mit einer Zauberformel Wein in Blut und ein Plätzchen in Fleisch verwandeln kann“, so ist auch das Aberglaube. Wir danken für Ihre beispielhafte Ergänzung!

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