20. November 2018

USA eröffnen Botschaft in Jerusalem

Quelle: jungefreiheit.de

Foto: Marc Schneider

JERUSALEM. Die Vereinigten Staaten haben am Montag ihre Botschaft in Jerusalem eröffnet. Auf Einladung von Botschafter David Friedman nahmen auch Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu an der Zeremonie teil. US-Präsident Donald Trump sendete eine Videobotschaft und ließ sich durch seine Tochter Ivanka und seinen Schwiegersohn Jared Kushner vertreten.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte Trump Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkannt und die Verlegung der Botschaft von Tel Aviv in die Stadt Davids angekündigt. Damit setzte Trump auch einen Kongreßbeschluß von 1995 um, der den Umzug der Botschaft in die israelische Hauptstadt vorsah.

Palästinenser reagieren mit Gewalt

Die neue diplomatische Vertretung befindet sich an der Stelle des bisherigen Konsulats, direkt auf der Waffenstillstandslinie von 1949, die den damals jordanisch verwalteten Ostteil vom israelischen Westteil trennte. 1967 eroberte Israel Ostjerusalem im Sechs-Tage-Krieg und annektierte es 1980. Am heutigen 14. Mai vor 70 Jahren wurde der Staat Israel in Tel Aviv proklamiert.

Die Palästinenser reagierten auf die Botschaftseröffnung mit Gewalt. Im Gaza-Streifen versuchten Zehntausende, den Grenzzaun zu Israel zu stürmen. Zudem bewarfen die Randalierer israelische Soldaten mit Steinen, Brandbomben und steckten Autoreifen in Brand. Zuvor hatte die radikal-islamische Hamas zu „Tagen des Zorns“ aufgerufen.

Israel antwortete mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition. Dabei wurden bis zum Nachmittag nach Hamas-Angaben 41 Palästinenser getötet und 900 verletzt – rund die Hälfte davon durch Schüsse.

Türkische Regierung spricht von „Massaker“

Als Reaktion auf die Ausschreitungen griff die Luftwaffe fünf Ziele der Hamas bei der Stadt Jabaliya im Gaza-Streifen an. Auch im Westjordanland kam es zu Zusammenstößen gewaltbereiter Palästinenser mit der israelischen Armee. Die türkische Regierung warf Israel vor, ein „Massaker“ begangen zu haben. (tb)