17. November 2018

Waschen, Schneiden, Föhnen – und Beten

Quelle: idea.de

Der Vorsitzende der Vereinigung Christlicher Friseure in Deutschland, Erich Schuh. Foto: PR

Der Vorsitzende der Vereinigung Christlicher Friseure in Deutschland, Erich Schuh. Foto: PR

Bad Rappenau/Chisinau/Atlanta (idea) – Beim Haareschneiden und –gestalten entwickeln sich manchmal Gespräche über Lebensfragen und den christlichen Glauben. In vielen Ländern machen Friseure diese Erfahrung.

Ganz zwanglos ergäben sich sowohl seelsorgliche wie auch missionarische Möglichkeiten, teilte der Vorsitzende der Vereinigung Christlicher Friseure in Deutschland, Erich Schuh (Bad Rappenau bei Heilbronn), der Evangelischen Nachrichtenagentur idea am 7. September auf Anfrage mit. In der Organisation sind nach seinen Angaben rund 200 Friseure zusammengeschlossen. Der christliche Charakter ihrer Salons zeigt sich laut Schuh unter anderem in der Auswahl der ausliegenden Zeitschriften. Während manche Magazine wegen ihres moralisch anstößigen Inhalts fehlten, würden christliche Blätter zusätzlich angeboten. Schuh hält als Mitglied des Gideon-Bundes auch Neue Testamente dieser missionarisch wirkenden Berufsvereinigung bereit. Am Zahlteller böten viele Friseure auch christliche Verteilschriften an. Manche Stammkunden fragten danach. Zudem ergäben sich mit Kunden bisweilen zwanglose Gespräche über Lebensfragen, die auch seelsorgerlichen Charakter annehmen könnten. Zur Seelsorge brauche man vor allem Zeit, sagte der Friseur-Obermeister. Die über 100 Jahre alte Vereinigung dient ferner zur Förderung des Zusammenhalts und der geistlichen Unterstützung im Kollegenkreis. Auch außerhalb der Vereinigung gebe es zahlreiche Christen unter den Friseuren, so Schuh.

Moldawien: Entscheidung für Jesus im Kosmetiksalon

Im Ausland entdecken Christen ebenfalls zunehmend die seelsorgerlichen und missionarischen Möglichkeiten in Friseur- und Kosmetik-Salons. So verfolgt eine US-amerikanische Mitarbeiterin des Missionswerks „Operation Mobilisation“ (OM) das Ziel, in Moldawien einen Schönheitssalon mit angeschlossenem Café zu eröffnen. Obwohl sie die dortige Sprache kaum beherrsche, habe sie die Erfahrung gemacht, dass Frauen beim Friseur gerne auch über den Glauben sprechen. Eine habe schließlich sogar eine Entscheidung für ein Leben mit Jesus getroffen.

Kein Tabu mehr: Schwangerschaftsabbruch

Bei einer Friseur- und Kosmetik-Messe in Atlanta (US-Bundesstaat Georgia) habe sich etwa 1.000 Berufsständler verpflichtet, in ihren Salons auch das Thema Abtreibung anzuschneiden. An einem Messestand stellte die Lebensrechtsorganisation Bound4Life (Unterwegs zum Leben) Informationsfilme und Blätter vor. Frauen sprächen beim Friseur gern über alle möglichen Themen, aber selten über das Problem des Schwangerschaftsabbruchs, hieß es. In den Vereinigten Staaten fallen jedes Jahr mehr als 1,3 Millionen ungeborene Kinder der Abtreibung zum Opfer.