19. November 2018

Weg frei für Islam-Zentrum nahe Ground Zero

Quelle: idea.de

Ground Zero im Juli 2010, die Baustelle des Memorials in der Mitte, links dahinter das One World Trade Center. Foto: Wikipedia/Chris Bridges

Ground Zero im Juli 2010, die Baustelle des Memorials in der Mitte, links dahinter das One World Trade Center. Foto: Wikipedia/Chris Bridges

New York (idea) – Der Errichtung eines Islam-Zentrums mit Moschee in der Nähe des Ground Zero in New York steht baurechtlich nichts mehr im Wege. Die Denkmalschutzbehörde lehnte es ab, ein Lagerhaus aus dem 19. Jahrhundert unter Denkmalschutz zu stellen.
 

Das Gebäude, in dem sich zuletzt ein Großhandelslager für Burlington-Mäntel befand, soll dem geplanten Zentrum mit Geschäften, Sportstätten, Konzertsaal und Moschee weichen. Das 13 Stockwerke hohe Gebäude soll wenige Hundert Meter von dem Ort entfernt entstehen, wo islamistische Selbstmordterroristen am 11. September 2001 Flugzeuge in die Zwillingstürme des Welthandelszentrums leiteten und 2.976 Menschen töteten. Die Pläne sind auf heftige Kritik besonders von Angehörigen der Opfer gestoßen. Auch republikanische Organisationen, Islam-Kenner und Christen empfinden es als Provokation, ein islamisches Zentrum dort zu bauen, wo muslimische Extremisten einen Massenmord begangen haben. Befürworter sehen das islamische Zentrum hingegen als ein Zeichen für Amerikas religiöse Toleranz an; es werde interreligiöse Beziehungen verbessern. Hinter dem Projekt stehen die sogenannte Cordoba-Initiative und die Amerikanische Gesellschaft zur Förderung der Muslime. Sie haben das Grundstück bereits für umgerechnet 3,8 Millionen Euro erworben. Der Bau soll 78 Millionen Euro kosten.

„Sohn von Hamas“: Klinik statt Moschee

Der christliche Publizist Mosab Hassan Yousef, Sohn eines Gründers der palästinensischen Terrororganisation Hamas, ist überzeugt, dass Muslime mit dem Moschee-Projekt eine „starke politische und religiöse Botschaft“ verbinden. Das Zentrum werde als „kühne Bekräftigung“ des Korans dienen, der auch von den Extremisten zitiert wurde, die den Anschlag auf das Welthandelszentrum verübten. Wenn die Cordoba-Initiative wirklich etwas für Versöhnung tun wolle, dann sollte sie ein Krankenhaus statt einer Moschee bauen, so Yousef, der durch sein Buch „Sohn der Hamas“ weltweit bekannt wurde. Der Fernsehevangelist und Islam-Kritiker Bill Keller will am 5. September als Reaktion auf die Moschee ein christliches Zentrum eröffnen. Es solle der „Religion der Gewalt und des Hasses“ die Botschaft von „Frieden, Liebe und der rettenden Gnade Jesu Christi“ entgegensetzen.