13. Dezember 2018

Tansania: Prozess wegen „illegalen Predigens“ eingestellt

Quelle: idea.de

Evangelisten nahmen an religiöser Debatte teil – Muslime blieben fern.

Evangelisten nahmen an religiöser Debatte teil – Muslime blieben fern.

Daressalam (idea) – In Tansania standen zwei Evangelisten wegen „illegalen Predigens“ vor Gericht, doch nach zehn Monaten wurde das Verfahren eingestellt.
 

Die Anglikaner Eleutery Kobelo und Cecil Simbaulanga waren im Oktober 2009 von Muslimen zu einer religiösen Debatte eingeladen worden, doch die anderen Diskussionsteilnehmer tauchten nicht auf. Dafür erschienen, wie der Informationsdienst Compass Direct berichtet, radikale Muslime zusammen mit staatlichen Sicherheitskräften. Sie nahmen die Evangelisten fest und leiteten eine Anklage ein: Die Christen hätten religiöse Predigten benutzt, um Misstrauen zwischen Muslimen und Christen zu schüren. Ihre Botschaft, dass Jesus Christus Gott sei, zerstöre die friedliche Koexistenz zwischen den Anhängern der beiden Religionen. Die beiden Evangelisten saßen sieben Tage lang in Haft, bevor sie gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt wurden. Doch muslimische Zeugen, die den Vorwurf illegalen Predigens bestätigen sollten, blieben dem anschließenden Gerichtsprozess fern. Schließlich wurde das Verfahren am 12. August eingestellt. Kobelo zeigte sich erfreut darüber, dass mit dem Ausgang die Religionsfreiheit geschützt worden sei, und dankte für alle Gebetsunterstützung. Von den 41 Millionen Einwohnern des ostafrikanischen Landes sind nach Schätzungen jeweils 35 Prozent Anhänger von Naturreligionen und Muslime sowie etwa 30 Prozent Christen.