21. November 2018

Linksextremisten trainieren „antifaschistischen Widerstand“

Quelle: jungefreiheit.de

Werbung für das Antifa-Camp im Internet Foto: JF

Werbung für das Antifa-Camp im Internet Foto: JF

BERLIN. Die linksextreme Szene Nordrhein-Westfalens trifft sich von diesem Mittwoch an zu einem sogenannten „Antifa Camp“ im Rheinland. Bei der fünftägigen Veranstaltung werden unter anderem das Blockieren von gegnerischen Demonstrationen geübt und Vorträge zum „Verhalten bei Zeugenaussagen, Polizeiprovo-kationen, Hausdurchsuchungen“ sowie Tips zum „Umgang mit Jugendoffizieren“ der Bundeswehr angeboten. Auch eine „Diskussionsrunde über Strategien zivilen Ungehorsams und antifa- schistischen Widerstands“ ist geplant.
 

Als Gastredner wird laut dem Programm auch der Berliner Sozialwissenschaftler Andrej Holm erwartet. Holm war 2007 wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung festgenommen worden. Ihm war vorgeworfen worden, der linksextremen „militanten gruppe“ anzugehören, die für zahlreiche Brandanschläge in Berlin und Brandenburg verantwortlich gemacht wird. Das Verfahren wurde jedoch im vergangenen Juli eingestellt.

Veranstaltet wird das Antifa-Camp unter anderem von der „Antifaschistischen Linken Münster“, der „Antifaschistischen Aktion Leverkusen“ und der „Antifa’ Koordination Köln & Umland“.

Verfassungsschutz ist „sensibilisiert“

Der Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen ist über das Camp der linksextremen Szene informiert. „Wir haben das im Blick und sind sensibilisiert“, sagte eine Sprecherin der Behörde der JUNGEN FREIHEIT. Auch die örtlichen Behörden wie der Polizeiliche Staatsschutz hätten von der Veranstaltung Kenntnis und würden sie im Auge behalten.

Zum genauen Ort des Camps konnte der Verfassungsschutz keine Angaben machen. In der Vergangenheit habe ein solches Antifa-Camp aber bereits in Leichlingen im Rheinischen-Berg-Kreis stattgefunden. Es sei daher nicht auszuschließen, so die Sprecherin des Verfassungsschutzes, daß es diesmal wieder dort stattfinde.

Im vergangenen Jahr hatte ein sogenanntes „antifaschistisches Sommercamp“ in Hessen für Schlagzeilen gesorgt. Dabei hatten Linksextremisten unter anderem einen „Selbstverteidigungs-Workshop“ und ein Seminar zur „Repression und Möglichkeiten des Widerstands“ angeboten. (krk)