19. November 2018

Die Würde der Tiere soll geachtet werden

Quelle: idea.de

Ulrich Seidel: Ein „Senfkorn“, das erst noch wachsen müsse.

Ulrich Seidel: Ein „Senfkorn“, das erst noch wachsen müsse.

Dortmund (idea) – Die Würde der Tiere sollte stärker geachtet werden. Dafür haben sich Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft am 27. August zum Auftakt des deutschlandweit ersten ökumenischen Kirchentags Mensch und Tier in Dortmund ausgesprochen.
 

Veranstalter des dreitägigen Treffens sind die Aktion Kirche und Tiere, Kirchengemeinden und mehrere Tierschutzverbänden. Auf dem Programm stehen Gottesdienste, Konzerte, Vorträge und Diskussionen, in denen es um das Verhältnis zwischen Menschen und Tieren geht. Der Vorsitzende der Aktion Kirche und Tiere, Ulrich Seidel (Leipzig), kritisierte bei der Eröffnung, dass man in der Vergangenheit zu oft auf das Trennende zwischen Menschen und Tieren gesehen habe. Beide seien von Gott gesegnet. Seidel bezeichnete die Veranstaltung als einen „historischen Augenblick“. Sie breche ein Tabu, indem sie die Tierrechte in den Blick rücke. Ein Schwerpunkt des Treffens liege auf der Problematik der industriellen Massentierhaltung. Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) sprach von einer „Signalfunktion“ des Kirchentags. Prinzessin Maja von Hohenzollern (Marbella/Spanien) würdigte, dass die Kirchen mit dieser Veranstaltung positive Signale für den Tierschutz aussendeten. Sie hoffe, dass sich das Treffen etabliere.

Viel weniger Besucher als erwartet

Bedauern äußerten die Veranstalter über die geringe Resonanz für die Eröffnungsveranstaltung. Auf die Festwiese im Fredenbaumpark waren gerade einmal etwa 100 Besucher gekommen. Ursprünglich hatten die Organisatoren mit 10.000 Dauerteilnehmern gerechnet. Bis Anfang dieser Woche waren jedoch erst gut 2.000 Karten verkauft worden. Seidel sprach vor diesem Hintergrund von einem „Senfkorn“, das erst noch wachsen müsse.