21. Oktober 2018

Mehr Bibel in der Diakonie!

Quelle: idea.de

Okko Herlyn ist Professor an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland–Westfalen–Lippe. Foto: PR

Okko Herlyn ist Professor an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland–Westfalen–Lippe. Foto: PR

Berlin (idea) – Die Diakonie soll sich geistlich nicht nur von einzelnen biblischen Standardgeschichten leiten lassen wie dem Gleichnis vom Barmherzigen Samariter, sondern stärker die ganze Bibel nutzen.
 

Das sagte Okko Herlyn (Bochum), Professor an der Evangelischen Fachhochschule Rheinland–Westfalen–Lippe, auf einer Tagung der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste (AMD) im Diakonischen Werk der EKD, die vom 31. Mai bis 2. Juni in Berlin stattfindet. Thema ist die „Weitergabe des Glaubens in der Diakonie“. Die Bibel sei „kein strohernes Manifest des Gutmenschentums“, so Herlyn, sondern „ein Hammer, der Felsen zerschmeißt“ (Jeremia 23,29). Auf dem Pflegemarkt sei die Arbeit mit der Bibel für die Diakonie ein Alleinstellungsmerkmal. Zwischen diakonischem Alltag und christlichem Glauben bestehe jedoch oft eine deutliche Distanz. Bei diakonischen Mitarbeitern gebe es neben hoher persönlicher Identifikation vielfach eine innere Abwehr gegen Glaubensfragen. Nach biblischem Verständnis gehörten aber Glaube und Diakonie zusammen.

„Spirituelle Ressourcen in der Pflege“

Astrid Giebel (Berlin), Theologische Referentin im Diakonischen Werk der EKD, stellte das Projekt „Existentielle Kommunikation und spirituelle Ressourcen in der Pflege“ vor. Es soll Mitarbeiter in Pflegeberufen schulen. Bei dem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geförderten Projekt gehe es um die „Pflege der Pflegenden“. Berücksichtigt werden dabei vor allem Fragen des Gender Mainstreaming (Gleichstellung der Geschlechter), die kultursensible Pflege mit interreligiösen Aspekten und generationsspezifische Kommunikationsformen. Daneben könnten auch persönliche Zugänge zur Spiritualität und die Balance von Arbeit und Freizeit zur Sprache kommen oder meditatives Malen praktiziert werden.

Glaubenskurse für jeden Kirchenkreis

Der Generalsekretär der AMD, Oberkirchenrat Erhard Berneburg (Berlin/Hannover), stellte die missionarische Bildungsinitiative der EKD vor. Ab September 2011 wolle man mit einer Werbekampagne zu Glaubenskursen einladen. Diese vermitteln an sechs bis acht Abendveranstaltungen die Grundlagen des christlichen Glaubens. Ziel sei es, in jedem Kirchenkreis solche Kurse anzubieten, so Berneburg. Zudem plane man auch die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Erwachsenenbildung sowie der Diakonie. Glaubenskurse hätten sich bewährt. So arbeite die Mehrzahl der wachsenden Gemeinden mit Glaubenskursen. In der AMD sind über 90 Missionswerke und landeskirchliche Ämter für Missionarische Dienste zusammengeschlossen. Als Vorsitzender amtiert Bischof a.D. Axel Noack (Halle/Saale).