23. Oktober 2018

TV-Diskussion: Christ wirbt für lebenslange Treue in der Ehe

Quelle: idea.de

Sänger Thomas Enns bei „Hart aber fair“ – Wie viel Freiheit braucht die Liebe? Screenshot: ARD/Mediathek

Sänger Thomas Enns bei „Hart aber fair“ – Wie viel Freiheit braucht die Liebe? Screenshot: ARD/Mediathek

Köln (idea) – Für lebenslange Treue in der Ehe hat sich der christliche Sänger Thomas Enns (Köln) stark gemacht. Der Finalist der TV-Talentsendung „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL) im Jahr 2007 diskutierte am 10. Februar in der ARD-Sendung „Hart aber fair“ mit vier Prominenten über das Thema: „Treue war gestern, Weiberfastnacht ist morgen – Wie viel Freiheit braucht die Liebe?“
 

Enns ist seit Juni 2008 mit der Sängerin Florence Joy verheiratet. Sie gewann 2004 die Castingshow „Star Search“ bei SAT.1. Seit drei Monaten haben die beiden einen Sohn. Sie hatten nach eigenen Angaben keinen Geschlechtsverkehr vor der Ehe. Wie Enns sagte, hätten seine Eltern ihm schon früh ans Herz gelegt, mit dem Sex bis zur Ehe zur warten. Für ihn selbst sei es wichtig gewesen, sich seiner Frau richtig zu schenken. Die Nacht nach der Hochzeit sei somit eine „richtige Hochzeitsnacht“ gewesen. Enns zufolge liegt Treue nicht in den Genen, sondern ist eine persönliche Überzeugung. Zudem sei sie schon in den Zehn Geboten enthalten. Das sechste Gebot lautet „Du sollst nicht ehebrechen“. Enns hält es zudem für falsch, Liebe nur über Sex zu definieren: „Es gibt zum Beispiel auch die göttliche Liebe.“ Er wolle in der Liebe nicht immer neu anfangen, indem er ständig die Partnerinnen wechsele. Stattdessen sei es sein Ziel, für immer mit seiner Frau zusammenzubleiben und so in der Liebe zu wachsen.

Flirt-Trainer hat mehrere Frauen gleichzeitig

Eine völlig andere Meinung äußerte der als Flirt-Trainer tätige Maximilian Pütz (Düsseldorf). Er wolle seinen wechselnden Partnern nicht eine rosarote Fantasiewelt vormalen, indem er verspreche, keine sexuellen Beziehungen zu anderen Frauen zu haben. Es gebe zwar eine feste Partnerin, der er „treu im Herzen“ sei. Er treffe sich aber auch mit anderen Frauen. Sexualität sei ein Trieb, der ausgelebt werden wolle. Aus seiner Sicht ist es glaubwürdiger, offen über die Bedürfnisse zu reden, als Seitensprünge zu verheimlichen. Dennoch wünscht sich der 32-Jährige in zehn Jahren eine Familie – „bis auf die Ausnahme, dass dabei die Liebe sich auch in anderen Bahnen entfalten darf“.

Literaturkritiker: Karneval ist Urlaub von der Monogamie

Die ehemalige Chefredakteurin der feministischen Zeitschrift „Emma“ und Moderatorin der WDR-Sendung „frauTV“, Lisa Ortgies (Hamburg), entgegnete, dass der Mensch ein Gehirn habe, um seinen Trieb zu beherrschen. Zu einem eingespielten Filmclip, der das Verhalten untreuer Menschen mit dem Sexualverhalten der Affen erklärte, sagte sie: Der Planet werde nicht von Affen, sondern von Menschen beherrscht. Der Literaturkritiker Hellmuth Karasek (Hamburg) bezeichnete die Monogamie – also die Beziehung mit einem Partner – als „das einzige, was die Gesellschaft zusammenhält“. In der Realität sei sie aber kaum zu leisten. Er kritisierte, dass die Karnevalszeit nicht als das benannt wird, was sie eigentlich sei: „Es ist der Urlaub von der Monogamie.“ Karasek feiert in diesem Jahr mit seiner Frau Silberhochzeit. Wer treu sein wolle, müsse sich jeden Tag aufs Neue anstrengen. Schließlich gebe es überall Verlockungen, die den Mann schwach werden ließen.

Den Glauben an die ewige Liebe verloren

Die Schauspielerin Sibylle Nicolai (Frankfurt am Main) sagte, sie habe den Glauben an die ewige Liebe verloren. 2003 hatte sich ihr Partner – der SPD-Politiker Lothar Klemm – nach neunjähriger Beziehung wegen einer jüngeren Frau von ihr getrennt. Sie sei eine Verfechterin der „seriellen Monogamie“, also für wechselnde Beziehungen, aber immer nur mit einem Partner, so die Schauspielerin. Von Seitensprüngen solle der Partner nichts erfahren. Derzeit lebe sie allein und sei glücklich. Eine dauerhafte Beziehung könne sie sich nicht mehr vorstellen.