16. November 2018

Wie man dankbarer wird – Psalm 103,2

Kleine Kanzel

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat.“
(Psalm 103,2)

Haben Sie es auch schon gehört an Straßenecken oder bei Familienfeiern? Klagen, murren, lamentieren! Unzufriedenheit allenthalben! Mit allem, bei allem und vor allem. Nun ist Zufriedenheit beispielsweise in Deutschland, wo die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft und auch die eingeläuteten politischen Reformen keine spürbare Entspannung schaffen, nicht einfach zu definieren. Der eine ist zufrieden, wenn er Arbeit gefunden hat, um für seine Familie sorgen zu können. Ein anderer erst dann, wenn er ganz oben auf der Karriereleiter steht. Wenn er dann auch nur eine Stufe „runterfällt“, ist er unzufrieden, obwohl es ihm materiell besser geht als vielen anderen. Wann wird ein Mensch zufrieden? Wohl erst dann, wenn er erkennt, daß nicht in erster Linie er der Macher ist. Wenn er einsieht, daß alles Entscheidende nicht in seiner, sondern in Gottes Macht liegt. Ich ertappe mich manchmal selbst dabei, unzufrieden zu sein. Und was tue ich dagegen? Ich „buchstabiere“ durch, was Gott mir in meinen 46 Jahren doch alles Gutes getan hat: Er hat mich als einzigartigen Menschen geschaffen; mir ein behütetes christliches Elternhaus geschenkt; eine liebe Frau an meiner Seite und vier gesunde Kinder. Er zeigte mir zur rechten Zeit den rechten Platz im Beruf. Er schenkte täglich Nahrung, Kleidung und manches obendrein. Und noch viel mehr: Gott hat uns in der ehemaligen DDR in wunderbarer Weise herausgeführt aus einem christusfeindlichen Staatsregime, das ohne Gott und Sonnenschein (so die SED-Parole) die Ernte einbringen wollte.

Wer dankt, denkt
„Danken“ kommt von „denken“: Je mehr ich über mein Leben nachdenke, um so mehr sehe ich die positiven Seiten. Vielleicht sind sogar die Menschen am zufriedensten, die am schwersten zu tragen haben. Denn sie wissen am ehesten, daß sie ganz auf Gott angewiesen sind. Für die kommende Woche stammt der Wochenspruch aus Psalm 103: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat!“ Also: Tun wir es, und wir werden dankbarer.

 
Erschienen in ideaSpektrum 38/2003, S. 26
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